Wegen der Jahrmillionen langen Isolierung vom amerikanischen Festland
entwickelte sich die Flora und Fauna auf der Insel zwar ziemlich
langsam, aber es wuchsen Tiere und Pflanzenarten heran, die sonst nirgends auf der Welt zu finden sind. Durch Vermischung mit angeschwemmten Samen bzw. von
Menschen mitgebrachten Pflanzen- und Tierarten wurde dieser Bestand immer wieder verändert.
Leider ist durch die radikale und rücksichtslose Abholzung der
Wälder aus wirtschaftlichen Gründen dieser Artenreichtum bedenklich zurückgegangen. In der Dom. Rep. sind gerade einmal 14% des Landes Wald, im benachbarten Haiti ist er auf katastrophale 1% dezimiert worden, natürlich wären um die
80%.
Mittlerweile hat man in der Dom Rep. die schlimmen Auswirkungen dieses Raubbaus erkannt und wirkt ihnen mit immerhin zwölf ausgewiesenen Nationalparks und acht Reservaten entgegen. Seit 1974 gibt
es eine Nationalparkverwaltung die ziemlich konsequent auf die Einhaltung der dort geltenden Gesetze achtet.
So ist es z.B. streng verboten, ohne Genehmigung einen Baum zu fällen.
Wenn dies unumgänglich ist, um z. B. Baumaßnahmen durchzuführen, ist man verpflichtet, fünf neue zu pflanzen.
Trotzdem verfügt die Dom Rep. dank ihres Klimas immer noch
über einen paradiesischen Reichtum an Pflanzen, angeblich sind es mehr als 5000 verschiedene Arten, wovon ca. 30% einheimischen Ursprungs sind. Charakteristisch für die Vegetationszonen der DomRep sind - als Folge der klimatischen
und geographischen Unterschiede - die Gegensätze. Findet man in den östlischen Regionen und in den Gebirgszügen der Kordilleren die tropischen Bergregen- und die feuchten Nebelwälder, so sind weite Gebiete
in tiefergelegenen Landesteilen geprägt durch Trockenheit und niedrigen Bewuchs mit hauptsächlich Sukkulenten, Kakteen und Agaven.
Für uns Europäer ist es immer noch staunenswert, wenn direkt an der Straße Mangobäume, Bananenstauden,
Ananasgewächse, Kokospalmen oder Zitrusbäume aller Art stehen oder wenn im
Frühjahr ganze Landstriche rot erglühen, weil die Flammenbäume blühen, ein Johannisbrotbaumgewächs, dessen Blütenpracht den Eindruck erweckt, das Land stehe lichterloh in Flammen.
Besonders
Orchideen sind mit ca. 67 Gattungen besonders reichhaltig vertreten und für den, der mit wachem Auge durchs Land streift, überall zu entdecken. Und natürlich
Palmen aller Art: Königspalmen, Kokospalmen, Ölpalmen, Canapalmen, Manilapalmen, Schraubenpalmen, Silberpalmen und noch viele andere Arten erfüllen unsere europäischen Erwartungen.
Die Dom Rep. besitzt im Gegensatz zur Pflanzenwelt nur wenige Tiere und außer den Haus- und Nutztieren des
Menschen überhaupt keine großen Säugetiere. Im Nationalpark Los Haitises in Samana soll es noch vereinzelt den sagenhaften Schlitzrüssler, einen etwa 30 cm langen Insektenfresser, geben man wird ihn aber wohl kaum zu Gesicht
bekommen.
Ein wenig interessanter sieht es bei den Reptilien aus. Hier gibt es auf der Isla Cabritos im Lago Enriquillo das bis zu vier Meter
lange Spitzkrokodil, angeblich das einzige Salzwasserkrokodil der Welt. Außerdem findet man dort noch den bis zu 1m langen Rhinozeros-Leguan. Und natürlich überall die netten und nützlichen Mückenfresser, die
Geckos.
Dazu kommt eine schier unglaubliche Anzahl an
fantastischen Schmetterlingen, viele Vögel, Frösche und natürlich Insekten. Für Ängstliche sei gesagt, dass es zwar auch Schlangen gibt, aber keine einzige giftige. Ganz anders sieht die Unterwasserwelt aus, die für Taucher aber auch Schnorchler die ganze fantastische Palette an
den Meerestieren und -pflanzen der tropischen Meere bereithält. Allen voran der Papageienfisch, der auch meistens die Speisekarten der am Strand liegenden Fischrestaurants ziert.
Im Frühjahr treffen sich in der Bahia de Samaná die Buckelwale um sich zu paaren. Dieses gigantische Schauspiel ist mittlerweile zur Touristenattraktion geworden mit dem fragwürdigen Erfolg, dass sich die
Anzahl der Wale bereits drastisch verringert hat. Es ist zu hoffen, dass die Regierung der Dom Rep. diesen Wildwuchs an “Sightseeing-Tours” auf ein vertretbares Maß einschränkt.